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Insektensterben!

 

 

 

Die Insekten sterben aus…

 

 

Heute erscheint ein Artikel in der Fachzeitschrift Nature zum Thema Insektensterben in Deutschland. Ein hochkarätiges Gremium von Biologen weist den großräumigen Zusammenhang zwischen einem dramatischen Rückgang von Insekten in Biomasse, Individuen-, und Artenzahl mit landwirtschaftlicher Nutzung nach. Zwischen 2008 und 2017 wurden anhand von über 1 Mio Insektenindividuen etwa 2700 Insektenarten auf 150 Weide- und 140 Waldgebieten in drei Regionen Deutschlands inventarisiert.

 

Das Wort Faunenschnitt kommt mir dabei in den Sinn.

 

Erstautor Dr. Sebastian Seibold, Forscher am Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie der TUM, sagt, „Aktuelle Initiativen gegen den Insektenrückgang kümmern sich viel zu sehr um die Bewirtschaftung einzelner Flächen und agieren weitestgehend unabhängig voneinander. Um den Rückgang aufzuhalten, benötigen wir ausgehend von unseren Ergebnissen eine stärkere Abstimmung und Koordination auf regionaler und nationaler Ebene.

 

...Die Politik ist also gefragt - eine frustrierende Erkenntnis, wenn man den peinlich schwachbrüstigen Maßnahmenkatalog unserer GroKo gegen den Klimawandel betrachtet. Spannend finde ich: Wissenschaftler nehmen sich jetzt endlich auch einmal heraus, politisch aktiv Stellung zu nehmen. Die gewohnte en-vogue Zurückhaltung, um den wissenschaftlichen Ruf nicht mit "Meinungen" zu beschmutzen, ist nämlich per se auch eine Stellungnahme: Billigung durch Verschweigen! Da scheint sich etwas zu bewegen ... ist vielleicht der penetrante Ruf ihrer populärsten Followerin Greta Thunberg in die heiligen Hallen gedrungen? Das wäre doch mal was...

 

Weitere interessante persönliche Stellungnahmen der beteiligten Forscher gibt es bei EurekAlert und in deutsch auf der Website der Technischen Universität München.

 

ZDF Dokumentation zum Thema: ZDF - Zoom: Bayer, Bauern und die Bienen (Mittwoch, 30 Oktober 2019)

…Ein Paradebeispiel dafür, wie der Bock zum Gärtner gemacht wird!

 

 

Abstract

Recent reports of local extinctions of arthropod species, and of massive declines in arthropod biomass, point to land-use intensification as a major driver of decreasing biodiversity. However, to our knowledge, there are no multisite time series of arthropod occurrences across gradients of land-use intensity with which to confirm causal relationships. Moreover, it remains unclear which land-use types and arthropod groups are affected, and whether the observed declines in biomass and diversity are linked to one another. Here we analyse data from more than 1 million individual arthropods (about 2,700 species), from standardized inventories taken between 2008 and 2017 at 150 grassland and 140 forest sites in 3 regions of Germany. Overall gamma diversity in grasslands and forests decreased over time, indicating loss of species across sites and regions. In annually sampled grasslands, biomass, abundance and number of species declined by 67%, 78% and 34%, respectively. The decline was consistent across trophic levels and mainly affected rare species; its magnitude was independent of local land-use intensity. However, sites embedded in landscapes with a higher cover of agricultural land showed a stronger temporal decline. In 30 forest sites with annual inventories, biomass and species number—but not abundance—decreased by 41% and 36%, respectively. This was supported by analyses of all forest sites sampled in three-year intervals. The decline affected rare and abundant species, and trends differed across trophic levels. Our results show that there are widespread declines in arthropod biomass, abundance and the number of species across trophic levels. Arthropod declines in forests demonstrate that loss is not restricted to open habitats. Our results suggest that major drivers of arthropod decline act at larger spatial scales, and are (at least for grasslands) associated with agriculture at the landscape level. This implies that policies need to address the landscape scale to mitigate the negative effects of land-use practices.

 



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Kommentare: 1

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Stephan Pfannschmidt

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